Typ 1 Diabetes in Nigeria. Die Glücksgeschichte.


 

Bei dieser Gelegenheit hatten wir von Beyond Type 1 ein Gespräch mit Joshua Emmanuel Uchenna, Gründer und CEO der  PJosh Diabetes Foundation in Nigeria, Afrika. Die Mission der Stiftung und ihr Engagement ist es, allen Menschen in Afrika zu helfen, die mit Diabetes leben, sowie Aufklärung zu leisten und allen, die Teststreifen und Blutzuckermessgeräte benötigen, Zugang zu verschaffen, sowie diejenigen zu unterstützen, bei denen bereits eine Diagnose vorliegt. Joshua sagt uns, dass sie beabsichtigen, die Situation in Afrika bis zum Jahr 2030 viel besser zu machen.

Der Grund für unser Interview war, die Stiftung weltweit bekannt zu machen und Goodluck vorzustellen, die Geschichte eines jungen Nigerianers, der ironischerweise, wie durch einen Trick des Schicksals, seinem Namen, der auf Englisch „Viel Glück“ bedeutet, nicht gerecht werden kann.“

DIE GLÜCKSGESCHICHTE

Vor einigen Wochen sprach eine der Freiwilligen der Stiftung, Lydia Epelle, mit Joshua Emmanuel über die Situation dieses Jungen, da ihre Leidenschaft als Aktivist der Betreuung von Menschen mit Diabetes gilt.

Der Vater des Jungen war Polizist, und weder er noch seine Mutter hatten die notwendige Ausbildung, um mit der Lebenssituation ihres Sohnes fertig zu werden. Als Joshua mit Emmanuel sprechen wollte, lag der Junge im Koma. Sein Blutzuckerspiegel war sehr schlecht, daher wurde dringend darum gebeten, dass die Stiftung sich um ihn kümmert.Unterdessen klagte die Mutter über wirtschaftliche Probleme. Sie behandelte ihren Sohn mit Heilkräutern und wurde gebeten, ihm diese nicht mehr zu geben: Es sei nicht, wie sie glaubte, eine geistige Angelegenheit, die dem Jungen leide, sondern eine Autoimmunerkrankung, Typ-1-Diabetes.

Dabei gab es für die Stiftung und die Freiwilligen nur ein klares Ziel: Goodluck zu retten. Der Vater des Jungen wurde angerufen und ihm wurde mitgeteilt, wer sie waren, Ort, Website, wo sie waren und was sie taten. Der Vater weigerte sich, seinen Sohn behandeln zu lassen.

 

Er war sehr hungrig und hatte schwere Nierenprobleme entwickelt. Die Situation war wirklich dramatisch: Die Nachbarn warfen dem jungen Mann „Klauen“ vor, da er keine Nahrung mehr hatte und mit allen Mitteln versucht hatte, an Nahrung zu kommen, und keine Medikamente, geschweige denn Insulin, nur die „Kräuter“ erhielt. Es war ärgerlich, der Tod näherte sich ihm mit großen Schritten.

Er war sehr hungrig und hatte schwere Nierenprobleme entwickelt. Die Situation war wirklich dramatisch: Die Nachbarn warfen dem jungen Mann „Klauen“ vor, da er keine Nahrung mehr hatte und mit allen Mitteln versucht hatte, an Nahrung zu kommen, und keine Medikamente, geschweige denn Insulin, nur die „Kräuter“ erhielt. Es war ärgerlich, der Tod näherte sich ihm mit großen Schritten.

 

Die Reaktion auf diese Situation bestand darin, sie an der Polizei zu melden, Joshua Emmanuel fuhr drei Stunden in einem Fahrzeug, bis er sie erreichte, sie nahmen ihn mit, damit sie sehen konnten, was geschah.

Die Antwort der Polizei war, dass sie „nichts tun konnten“. Sie wurden ignoriert, sie wurden nicht berücksichtigt. Der Junge war seinen eigenen Eltern egal und schien niemanden zu interessieren. Da es sich um eine „Zivilsache“ handele, könne die Polizei „nichts tun“ und „weniger in Gesundheitsthemen“.

Der junge Goodluck wurde nach Hause gebracht, wo Ratschläge zur Pflege seines Sohnes nicht akzeptiert wurden. Diese ganze Situation war zutiefst geprägt von einem emotionalen Trauma, das in der Umgebung herrschte: Dieser Junge hatte keine Liebe erfahren. Die Mutter sagte, wenn Goodluck starb, würde sie einen weiteren Sohn gebären, ihrem Mann einen weiteren gesunden Sohn geben.

Die Unwissenheit der Eltern war keine Entschuldigung mehr, da sie nicht einmal anderen Personen erlaubten, sich um ihr Kind zu kümmern.

Kurz darauf erhielt der CEO der Stiftung, Joshua Emmanuel, die Nachricht, dass Goodluck verstorben war. Die Nachricht traf am 3. Dezember 2021 ein.

Ein Leben, das hätte gerettet werden können. Der traurige und unnötige Tod eines jungen Mannes, dem Nahrung und Liebe verweigert wurden.

Dass er von seinen Eltern und seinen Nachbarn eingesperrt und isoliert wurde. Und dessen einziges Verbrechen darin bestand, Typ-1-Diabetes zu haben.

Angesichts dieser Ungerechtigkeit rufen wir zur Solidarität in der weltweiten Diabetesgemeinschaft auf und erinnern daran, dass nur Mitgefühl und Liebe uns retten können.

WRITTEN BY Lucía Feito Allonca de Amato, POSTED 05/26/22, UPDATED 05/27/22

Lucy lebt seit 30 Jahren mit Typ-1-Diabetes, hat die spanische und die argentinische Staatsbürgerschaft und einen Abschluss in Rechtswissenschaften der Universität Oviedo. Sie ist ein aktiver Teil der Online-Diabetes-Community, ein Thema, in dem sie ständig aktualisiert wird. Sie ist außerdem Experte für chronische kardiometabolische Erkrankungen an der Rey Juan Carlos University und Aktivist für die Rechte von Menschen aus der LGBTQ+-Community.